Kanton Luzern: Jahresbericht 2023 der Staatsanwaltschaft

Am Dienstag hat die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern an einer Medienkonferenz ihre Jahresstatistik aus dem Jahr 2023 vorgestellt.

Auffallend dabei ist der erneute Anstieg der Fallzahlen. Mit knapp 54‘500 Falleingängen (+6%) hat man einen neuen Höchstwert erreicht.

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern konnte dennoch einen Erledigungsquotienten von 95% halten. Im Zentrum der Medienkonferenz standen zwei Fokusthemen: Eine detaillierte Betrachtung der Tötungsdelikte der letzten Jahre zeigt auf, wie viele Gewaltdelikte dieser Art im Kanton begangen wurden und welche Besonderheiten sie aufweisen. In einem zweiten Themenschwerpunkt wird festgestellt, dass die Fallzahlen des Führens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand in den letzten Jahren konstant angestiegen sind.

Fallzahlen auf Höchstwert – rund 54‘500 Fälle im Jahr 2023

Noch nie in der Geschichte der Staatsanwaltschaft gingen in einem Jahr so viele Fälle wie 2023 ein. Mit 54’451 Fällen wurde das Niveau des Rekordjahres 2017 nochmals um rund 2500 Fälle übertroffen. Nachdem bereits im Vorjahr die Fälle um 12% angestiegen sind, kam es im letzten Jahr zu einem weiteren Zuwachs von 6%, was einem Plus von 3178 Fällen entspricht. Trotz des konstant hohen Arbeitsdrucks konnte die Staatsanwaltschaft einen Erledigungsquotienten von 95% halten. Dennoch war der Falleingang bei der Staatsanwaltschaft wiederum deutlich höher als der Fallausgang, was den Arbeitsdruck weiter verschärft. Die vom Regierungsrat beschlossene Stellenaufstockung kann dabei eine gewisse Entlastung bieten.

Augenfällig ist die Zunahme von Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Jahr 2023 um 30%, wobei dieser Anstieg vor allem auf die vermehrten Anzeigen im Übertretungsbereich (Drogenkonsum) zurückzuführen ist. Die schwere Drogenkriminalität stellt die Staatsanwaltschaft aber weiterhin vor grosse Herausforderungen. Der schwere Drogenhandel weitet sich europaweit aus und die Bekämpfung der Drogenkriminalität bindet enorme Ressourcen.

Die Fallzahlen bei der Jugendkriminalität waren im Jahr 2022 noch rückläufig. Im Berichtsjahr ist mit 1812 Fällen zwar eine Zunahme (+22%) zu verzeichnen, diese muss aber relativiert werden und bildet keinen Trend ab. Der Anstieg ist vielschichtig und zur Hauptsache auf den Anstieg im Übertretungsbereich (z.B. Ladendiebstähle) zurückzuführen. Die Fallzahlen bei den Jugendlichen sind in den einzelnen Deliktsbereichen tief und jährlich grossen Schwankungen unterworfen.

Im Fokus: Tötungsdelikte (vorsätzliche Tötung und Mord) und Führen eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand

Die verstärkte Bekämpfung der Gewaltdelikte ist ein kleiner, aber wichtiger Teil des vom Regierungsrat beschlossenen aktuellen Legislaturprogamms. Schwere Gewaltdelikte nehmen schweizweit zu. Auch im Kanton Luzern sind die Fallzahlen in den Deliktskategorien, welche Leib und Leben betreffen, 2023 gestiegen.

Die Staatsanwaltschaft zeigt im ersten Fokusthema des Jahresberichts anhand einer Analyse der letzten sechs Jahre auf, wie viele Tötungsdelikte (vorsätzliche Tötung und Mord) sie untersucht und welche Eigenschaften diese Fälle aufweisen. Im zweiten Fokusthema wird die Entwicklung des Führens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand analysiert. Die Fallzahlen haben konstant zugenommen. Im Jahr 2023 wurden rund 1000 Personen angezeigt, weil sie fahrunfähig ein Motorfahrzeug lenkten.

 

Quelle: Staatsanwaltschaft Luzern
Bildquelle: Staatsanwaltschaft Luzern

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